Zeitkritische Verteidigung gefährdeter Bereiche bei Vegetationsbränden
„Mit 1.000 Litern Wasser zehn Minuten gewinnen.“
Die Zahl der Vegetationsbrände nimmt seit Jahren zu. Heiße Sommer, anhaltende Trockenheit und kräftiger Wind führen dazu, dass sich Brände innerhalb weniger Minuten über große Flächen ausbreiten können. Umso wichtiger ist es, dass Feuerwehren ihre Einsatztaktik kontinuierlich an die aktuellen Erkenntnisse anpassen.
Im Mittelpunkt unseres Ausbildungsdienstes am vergangenen Freitag stand deshalb die zeitkritische Verteidigung gefährdeter Bereiche – ein Ausbildungsschwerpunkt, der sich an den aktuellen Empfehlungen von @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V. sowie den Ausbildungskonzepten der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz (LSTE) Brandenburg orientiert.
Nach einer theoretischen Einführung in das Brandverhalten von Vegetationsbränden beschäftigten wir uns unter anderem mit den Einflüssen von Wind, Gelände und Brennstoff auf die Brandausbreitung. Dabei wurde deutlich, dass bereits wenige Minuten über den Einsatzerfolg entscheiden können. Gerade bei schnell laufenden Flächenbränden kann eine gezielte Verteidigung gefährdeter Bereiche wertvolle Zeit verschaffen – Zeit, um weitere Kräfte nachzuführen oder den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Im anschließenden Praxisteil stand deshalb das schnelle Verlegen und Verlängern von D-Druckschläuchen im Mittelpunkt. Nach mehreren Übungsdurchgängen traten die Mannschaften in einem kleinen Wettbewerb gegeneinander an. Dabei ging es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern vor allem um sauberes und sicheres Arbeiten unter Einsatzbedingungen.
Zusätzlich mussten die Trupps während der Übung ständig ihre Umgebung beobachten und einsatztaktisch relevante Veränderungen erkennen – beispielsweise Änderungen der Windrichtung oder neue Gefährdungen im Umfeld. Denn gerade bei Vegetationsbränden entscheidet eine kontinuierliche Lagebeobachtung häufig über die Sicherheit der Einsatzkräfte.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Einrichtung eines Ankerpunktes. Von diesem gesicherten Ausgangspunkt aus wurde die Wasserübergabe aufgebaut und das weitere Vorgehen koordiniert. Der Ankerpunkt bildet die Grundlage für ein sicheres und strukturiertes Arbeiten an der Brandkante und ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Taktiken in der Vegetationsbrandbekämpfung.
Die Ausbildung zeigte eindrucksvoll, dass moderne Vegetationsbrandbekämpfung weit mehr ist als das Ablöschen von Flammen. Entscheidend sind ein gutes taktisches Verständnis, schnelles Handeln, Teamarbeit und eine ständige Lagebeurteilung. Genau diese Fähigkeiten konnten unsere Einsatzkräfte praxisnah trainieren und weiterentwickeln.
Ein herzlicher Dank gilt allen Kameradinnen und Kameraden für ihre engagierte Teilnahme und den fairen Wettkampf.
Bild zur Meldung: Zeitkritische Verteidigung gefährdeter Bereiche bei Vegetationsbränden