Feuerwehren trainieren Ernstfall bei großangelegter Stabsrahmenübung im Harz
Am vergangenen Samstag nahm unsere Feuerwehr mit dem Einsatzleitwagen (ELW 1) an einer mehrstündigen Stabsrahmenübung im Rahmen eines Waldbrandszenarios im Landkreis Harz teil. Dort übten die Städte Oberharz am Brocken, Harzgerode und Thale gemeinsam mit dem ELW 2 aus Blankenburg, den Stadtverwaltungen, den Forstbetrieben Ost- und Oberharz, dem Landschaftspflegeverband und der Landesstraßenmeisterei die Waldbrandbekämpfung. Aus dem Landkreis Börde waren die Führungseinheiten der Verbandsgemeinden Obere Aller und Westliche Börde eingebunden. Die Übung fand in und um den Harzort Günthersberge statt und diente der Vorbereitung auf komplexe Einsatzlagen, bei denen nicht nur Feuer bekämpft, sondern auch Bevölkerung gewarnt, informiert und im Ernstfall evakuiert werden muss.
Im Zentrum der Übung stand die Zusammenarbeit mehrerer Führungseinheiten auf Stabsniveau. Mit Hilfe des Führungsmittels Fireboard, einer digitalen Software zur Einsatzdokumentation und Lagedarstellung, wurde ein umfangreiches Lagebild aufgebaut und fortgeschrieben. Über strukturierte Meldewege wurden Lagemeldungen, Maßnahmen und Kräftebewegungen digital in Echtzeit dargestellt und übermittelt.
Zur Anwendung kam dabei der sogenannte Führungsvorgang nach FwDV 100 – ein standardisiertes Verfahren zur Entscheidungsfindung in besonderen Einsatzlagen. Dieser umfasst die vier Schritte:
➡ Lagefeststellung
➡ Entschlussfassung
➡ Befehlsgabe
➡ Kontrolle der Umsetzung.
Im Verlauf der Übung wurde das Szenario dynamisch weiterentwickelt:
- Es erfolgten fiktive Hilferufe von über 30 Personen, in unterschiedlichen Sprachen und mit ganz individuellen Problemen,
- Touristen ohne Deutschkenntnisse mussten betreut werden,
- ein örtliches Jugendzeltlager galt es unter Zeitdruck zu evakuieren.
Diese Einspielungen verdeutlichten die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz, der weit über das Löschen eines Brandes hinausgeht. Gefragt war nicht nur taktisches Verständnis, sondern auch organisatorisches Geschick, menschliche Empathie und klare Kommunikation.
Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Zusammenarbeit mit den weiteren Führungseinheiten, die im Rahmen der Übung gemeinsam an der Lagebewältigung beteiligt waren. Der strukturierte Austausch, das abgestimmte Lagebild sowie die gegenseitige Unterstützung bei Ressourcen, Entscheidungen und Führungsmaßnahmen zeigten, dass komplexe Einsatzlagen nur im Team bewältigt werden können.
Die gesetzten Übungsziele wurden vollumfänglich erreicht. Unsere Feuerwehr konnte sowohl die Führungsfähigkeit unter Echtzeitbedingungen unter Beweis stellen als auch die Anwendung moderner Führungsmittel festigen. Besonders die Übung mit echten Partnern unter realitätsnahen Bedingungen hat gezeigt, wie wichtig regelmäßiges Training auf Führungsebene ist. Selbstverständlich haben wir für uns auch Punkte erkannt, in denen wir uns noch verbessern können. Daran werden wir bei den nächsten Ausbildungsdiensten der Führungsgruppe arbeiten.
Wir danken allen beteiligten Kräften und Einheiten für die professionelle, kameradschaftliche und zielorientierte Zusammenarbeit. Der Bevölkerungsschutz lebt von Vorbereitung – diese Übung war ein wichtiger Baustein dafür.
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